Alles begann bei mir mit dem Kauf der Playstation 3. Als diese 2006 auf den Markt kam, war ich begeistert von der Funktionalität, die mir diese (mal abgesehen von den klassischen Videospielen) bieten konnte. Ich war stolzer Besitzer eines Multimedia-Systems, das meine Videos abspielte, mir Bilder in Slideshows präsentierte und MP3’s mit Visualisierungen wiedergeben konnte.

Es gab aber etwas, dass mich schon von Beginn an störte: die Schnittstelle zwischen PC und PS3! Ich musste meine Daten immer per USB-Stick von meinem PC auf die PS3 kopieren, oder die externe Festplatte mit Daten füttern um diese dann mit der PS3 wiederzugeben. Im Internet zu surfen war mit der PS3 zwar möglich, jedoch nicht so komfortabel wie am PC mit Firefox. Zudem fehlte mir die Möglichkeit, über die PS3 fernzusehen und das aktuelle TV-Programm aufzunehmen…

Wie gesagt, das war im Jahr 2006!

Mittlerweile hat Sony nachgebessert und bietet kostenlose Streaming-Lösungen an, mit denen Ihr eure Daten direkt vom PC oder aus eurem Netzwerk abrufen könnt, um sie auf eurer PS3 abzuspielen. Auch fernsehen und aufnehmen ist mittlerweile möglich. Jedoch existieren noch immer Einschränkungen, wie z.B. die Wiedergabe aller Videoformate! Ich suchte nach dem „Rundum-Sorglos-Paket“ und fand es schließlich, eher durch Zufall im Winter 2010 durch die Media Software „MediaPortal“.

MediaPortal, eine kostenfreie Mediacenter-Software für Windows, konnte mir alle Funktionen bieten, die ich bisher vermisst hatte!

Mediacenter/ HTPC 2015 Design

Über eine ansprechende Oberfläche kann ich jetzt:

  • Alle gänigen Videoformate abspielen
  • Mir Fotos in verschiedenen Slideshows angucken
  • MP3’s genießen und mir während der Wiedergabe, Bilder von meinen Lieblingskünstlern, die Songtexte zum aktuell laufenden Song, oder Visualisierungen anzeigen lassen
  • Fernsehen, das aktuelle Fernsehprogramm aufzeichnen, Aufnahmen schneiden und mir meine persönliche Filmsammlung einrichten und das inklusive der Original Filmcover die automatisch aus dem Internet geladen werden.
  • Während der Werbepause im TV mal schnell in meine Mediathek wechseln um mir ein Musikvideo anzugucken
  • Etliche Online-Mediatheken & Internet-TV nutzen
  • Jedes beliebige Programm direkt über MediaPortal starten, wie z.B. den Browser Firefox um bequem und uneingeschränkt im Internet zu surfen.

Um es auf den Punkt zu bringen, ich bin begeistert von dieser Media Software! Gut, die Konfiguration und Abstimmung war anfangs etwas knifflig. Es dauert schon ein paar Tage bzw. Wochen um die Software perfekt zu konfigurieren, aber: ich möchte sie heute nicht mehr missen!

Anfangs habe ich MediaPortal auf meinem Laptop genutzt, den ich dann per HDMI-Kabel an meinen Fernseher angeschlossen habe. Als Übergangslösung durchaus akzeptabel, aber es musste schnell eine bessere Lösung her, ein eigener Mediacenter PC, der gleichzeitig als Mediaserver fungiert.

Ich recherchierte im Internet und begann meine Anforderungen zu formulieren.

Media/HTPC Anforderungen

  • Niedrige Geräuschentwicklung
  • Geringer Stromverbrauch
  • Vermeidung von Datenverlust (RAID-fähiges Mainboard)
  • Navigation per Fernbedienung
  • Schlichtes, aber gutes Design
  • Fernsehen + zeitgleiches Aufnehmen

Nach langer Recherche und Diskussionen mit Freunden entschied ich mich für folgende Mediacenter Hardware-Komponenten:

HTPC Hardware-Konfiguration

Prozessor                     Intel Core i3 2100T 3MB L-2 Cache 2,50GHz
CPU-Kühler:                  Arctic Alpine 11 Rev. 2 CPU-Kühler – 92mm
Mainboard:                    Asus P8P67 Deluxe Rev.3.0 Mainboard Sockel 1155 Intel P67 DDR3 Speicher ATX
Arbeitsspeicher:            G.Skill Arbeitsspeicher DIMM 8 GB DDR3-1333 Kit
Gehäuse:                      Lian Li PC-A04B Micro-ATX Tower – gedämmt
Gehäuselüfter:               3x Arctic Gehäuse Zubehör Lüfter 12 cm F12
Netzteil:                        Seasonic S12II – 430 Bronze PC Netzteil 430 W ATX PFC
Festplatte (Boot):          Corsair Force CSSD-F60GB2-BRKT 60GB
Festplatten (Daten):       Samsung EcoGreen F4 HD204UI 2TB interne Festplatte (8,8 cm (3,5 Zoll), 5400rpm, 8,9ms)

Blu-Ray-Brenner:           LG BH10LS38 10x Brenner (16x DVD±RW, SATA)
TV-Karte:                      TERRATEC Cinergy T PCIe Dual DVB-T/C Tuner

Eine extra Grafikkarte besitzt mein Mediacenter-PC nicht, da mein Prozessor bereits
eine Grafikeinheit besitzt (energiesparender).

HTPC Erfahrungsbericht 2015 – Zubehör

Fernbedienung 1:          Logitech Harmony One Advanced (Universal-Fernbedienung)
Fernbedienung 2:          Hama MCE Remote Control (PC-Fernbedienung)
Tastatur:                      Logitech K800 Wireless Illuminated Keyboard
Maus:                          Logitech M510 Maus schnurlos
Betriebssystem:           Windows 7 Professional 64 Bit
Kabel:                         HDMI (TV-Anschluss), Optical/ Toslink (Verstärker)

Bitte bedenkt, dass ich meinen Media Center PC Mitte 2013 zusammengestellt habe! Heute existieren bessere Hardware-Komponenten! Obwohl ich kein Hardware-Experte bin, möchte ich euch gern ein paar wichtige Tipps für die Auswahl der richtigen HTPC Hardware geben.

Tipps für euren Hardwarekauf:

Prozessor-/ CPU-Kühler/ Arbeitsspeicher- und Mainboard Auswahl:
Bei der Auswahl des Prozessors müsst Ihr unbedingt auf den “Sockel“ achten. Auf den Sockel des Mainboards wird später der Prozessor montiert. Mein Prozessor besitzt den „Sockel 1155“, somit konnte ich auch nur ein Mainboard mit dem Sockel 1155 auswählen. Bei der Wahl des CPU-Kühlers müsst Ihr euch ebenfalls für denselben Sockel entscheiden. Achtet beim Kauf darauf, dass der Kühler nicht zu groß ist. Ein großer Lüfter ist zwar in der Regel leiser, aber er kann auch zu viel Platz im Gehäuse einnehmen und eventuell nicht in das Gehäuse passen oder Steckplätze und Anschlüsse verdecken.
Auch bei der Auswahl des Arbeitsspeichers müsst Ihr darauf achten, dass dieser auch von eurem Mainboard unterstützt wird. Mein Mainboard ist ausschließlich für DDR3 RAM mit 240 Kontaktpins geeignet.

Gehäuse- und Mainboard-Auswahl:
Bei der Auswahl des Gehäuses und des Mainboards müsst Ihr darauf achten, dass das Mainboard auch in euer Gehäuse passt! In meinem Fall habe ich mich für ein Micro-ATX Gehäuse entschieden in das nur ein Micro-ATX-Mainboard passt.

Mainboard/ RAID-Chipsatz:
Mein Asus-Mainboard besitzt einen eigenen RAID-Chipsatz. Damit ist es möglich die Daten einer Festplatte 1:1 auf eine andere Festplatte zu spiegeln. Das RAID bietet euch eine höhere Datenverfügbarkeit. Hat eine Festplatte einen Defekt, sind eure Daten auf der zweiten Festplatte weiterhin verfügbar! Das RAID-System muss einmalig konfiguriert werden. Die Einrichtung ist im Prinzip kinderleicht.

Die 1:1 Datenspiegelung wird nach der Einrichtung vollautomatisch durchgeführt. Ihr benötigt jedoch zwei gleichgroße Festplatten, wobei Ihr nur eine zum Speichern eurer Daten nutzen könnt. Auf die andere Festplatte werden die Daten dann gespiegelt. Sobald Ihr ein RAID eingerichtet habt, werden euch im Arbeitsplatz von Windows nicht mehr zwei Festplatten, sondern nur noch eine angezeigt.

HTPC Erfahrungsbericht 2013 – Weitere Anmerkungen:

Ihr benötigt für euren HTPC nicht unbedingt 8GB-Arbeitsspeicher! Ich habe mich für etwas mehr entschieden, da dieser zum Kaufzeitpunkt recht günstig war. Eine separate Boot-Festplatte (SSD) habe ich gewählt, da diese im Vergleich zu herkömmlichen (HDD) Festplatten schneller bootet. Sie kostet daher aber leider auch deutlich mehr Geld (im EUR pro MB Verhältnis). Einen Blu-Ray-Brenner habe ich nur gewählt, da sich der Preis zwischen einem Brenner und einem Blu-Ray-Laufwerk kaum unterschieden hat.

Meine TV-Karte besitzt einen Dual-Tuner (zwei TV-Tuner). Dadurch ist es mir möglich ein Fernsehprogramm anzuschauen und zeitgleich ein anderes aufzunehmen.

Ihr werdet euch vielleicht fragen, warum ich mir zwei Fernbedienungen gekauft habe. Nun, bei der Logitech Harmony One handelt es sich um eine Universalfernbedienung. Leider besitzt diese von Haus aus keinen Empfänger für einen PC.
Aus diesem Grund habe ich mir eine kostengünstige Mediacenter-Fernbedienung zugelegt, die einen Empfänger besitz. Die Infrarot-Tastenbefehle der Mediacenter-Fernbedienung habe ich auf die Logitech Harmony One übertragen. Klingt kompliziert, ist aber sehr einfach! Nun kann ich dank des Empfängers der Mediacenter-Fernbedienung und der übertragenen Tastenbefehle, meinen Mediacenter-PC mit der Logitech Harmony One steuern. Aber warum möchte ich das überhaupt? Weil ich neben meinem Mediacenter-PC auch meinen Verstärker und Fernseher damit bedienen kann.

Ich habe in den letzten Jahren schon einige Universalfernbedienungen getestet und muss sagen, dass die Harmony One mit deutlichem Abstand mein persönlicher Favorit ist. Es gibt Universalfernbedienungen, bei denen Ihr immer auf den „HiFi-Knopf“ drücken müsst um die Lautstärke eures Verstärkers zu ändern. Möchtet Ihr dann einen TV-Kanal ändern müsst Ihr erst wieder auf den „TV-Button“ drücken, um die Befehle der TV-Fernbedienung ausführen zu können. Etwas zu umständlich für meinen Geschmack.

Mit der Harmony One müsst Ihr nicht zwischen einzelnen HiFi-Komponenten umschalten. Die Fernbedienung erkennt diese automatisch. Sie ist auch in der Lage alle Geräte zeitgleich ein- oder auszuschalten (soooo muss es sein!). Viele werden wahrscheinlich vor dem Preis zurückschrecken, ihr solltet jedoch eins bedenken: was nützt euch das beste Home-Entertainment, wenn es sich bescheiden bedienen lässt. Das ist meiner Meinung nach sparen am falschen Ende, sollte jedoch jeder für sich selbst entscheiden.

Zusätzlich habe ich mich noch für eine schnurlose Maus und Tastatur entschieden. Die Tastatur besitzt beleuchtete Tasten, was für mich ein tolles Feature ist! Sie ist zudem sehr stromsparend. Ich musste sie bei gewöhnlicher Nutzung in den letzten eineinhalb Jahren nur 2 Mal aufladen!

Es existieren auch spezielle Tastaturen mit Touchpad wie die Logitech K400 oder die sehr kleine Logitech diNovo. Die diNovo sieht zwar schick aus und wird bei euren Freunden sicherlich zu einen Wow-Effekt führen, sie ist in der Bedienung jedoch nicht so komfortabel wie eine Tastatur normaler Größe.

Das Betriebssystem Windows 7 ist Pflicht, da MediaPortal nur unter Windows und nicht unter Linux läuft. Wenn Ihr mehr als 4GB-RAM in eurem Mediacenter-PC nutzt, solltet Ihr unbedingt die 64-Bit Version kaufen, da die 32-Bit Version nicht mehr als 4 GB-RAM unterstützt!

Ich glaube auf die Kabel muss ich nicht explizit eingehen. Ihr solltet sie beim Kauf jedoch nicht vergessen  Teile unseren Besuchern auch deine Erfahrungen mit und schreib einen Kommentar.

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